Files
Linux_Informationstag/notes.md
2026-05-03 18:32:13 +02:00

7.5 KiB

Notizen

01. Introduction

  • Kurze Vorstellung, wer ich bin.
  • Erklärung Chaos Computer Club
  • Was ist der DuT?
  • Überleitung: Worum geht es heute?
    • Inhaltsverzeichnis einmal durchgehen.

02. Just for fun

PDP-10 slide

Die Geschichte von Linux ist eng verwoben mit der Geschichte der Freien Software Bewegung, die in den 1980er Jahren ihren Anfang in den USA nahm. Die Geschichte beginnt, bereits Ende der 1960er Jahre, wie sehr viel in der Entwicklung der modernen Computergeschichte, im legendären Artificial Intelligence Laboratory am Massachusets Institute of Technology (MIT). Neben grundlegender Forschung zu künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzen, wurde dort auch Forschung an Betriebssystemen durchgeführt. In den frühen 1970er Jahren hat dort die Hacker-Kultur ihren Anfang genommen, als Studenten das Incompatible Time Sharing System entwickelt haben. Einer der Entwickler dort war Richard Stallman. Stallman war schon aus seiner Zeit in Havard, in der Hacker-Kultur verwurzelt, und schuf in dieser Zeit wichtige Werkzeuge, wie den EMACS Text-Editor und das LISP-Machine Operating System. Stallman war schon früh ein ausgesprochener Kritiker der restriktiven Zugangspolitik in den - teilweise von der DARPA, der Forschungsabteilung des US-Militärs bezahlten Laboratorien. Beim ITS hatte noch jedermann freien Zugang zu den Ressourcen des Computersystems. Das änderte sich jedoch in den folgenden Jahren. Stallman reagierte darauf, indem er einen Weg fand, die verschlüsselten Passworte auf dem System zu entschlüsseln. Er verschickte die entschlüsselten Passworte an die jeweiligen Benutzer, verbunden mit der Bitte, die Passwörter in eine leere Zeichenkette zu ändern. Etwa 20% der Nutzer folgten seinem Aufruf. Ein Sieg mit dem Stallman noch Jahre später gern angab.

GNU

In späten 1970er und frühen 1980er Jahren begann die Hacker-Kultur in den USA zu fragmentieren, und viele Firmen wollten nicht, dass ihr Code in die Hände möglicher Konkurrenten geriet. Zu den heftigsten Verfechtern zählte Bill Gates, der CEO der damals noch jungen Firma Microsoft, die sich mit der Entwicklung eines leistungsfähigen BASIC-Interpreters einen Namen gemacht hatte. Gates war schon in den 1970er Jahren damit aufgefallen, dass er die damals verbreitete Praxis, Quellcode frei zu teilen, scharf verurteilte.

Als 1979 Brian Reid sog. "Time Bombs" im Code seines Textverarbeitungsprogramms Scribe einbaute, um eine unlizensierte Weitergabe des Quellcodes zu unterbinden, bezeichnete Stallman dies als ein Verbrechen gegen die Menschheit. In einem Interview im Jahr 2008 stellte er klar, dass er das Verbrechen nicht darin sehe, Geld für eine Software zu verlangen, sondern darin, das Wissen, dass mit dem Code verbunden ist, als eine Art Herrschaftswissen unter Verschluss zu halten. Er entwickelte darauf hin die Software texinfo, die lose auf Scribe basiert.

Im Jahr 1980 wurden Stallman und einigen anderer der Hacker am MIT der Zugriff auf den Quellcode des neu installierten Laser-Druckers verweigert. Bei früheren Druckern hatte Stallman die Systemsoftware so erweitert, dass Benutzer eine Nachricht erhielten, wenn ihr Druckauftrag beendet war, und so wussten, wann sie zum Drucker gehen mussten, um ihren Ausdruck abzuholen. Die Änderungen benachrichtigten darüber hinaus, alle Nutzer die einen laufenden Druckauftrag hatten, wenn im Drucker ein Papierstau auftrat. Diese Erweiterungen wurden von den Nutzern sehr geschätzt, weil der Drucker sich in einem anderen Gebäudeteil befand, als die Büros, und diese Funktion viele Laufwege ersparte. Die Änderungen an dem neuen Drucker nicht mehr durchführen zu können, überzeugte Stallman, dass es einen Bedarf an Software gab, die jeder frei nutzen und Verändern kann.

Richard Greenblatt, ein befreudeter Hacker am MIT, gründete derweil die Firma Lisp Machines Inc., um due LISP-basierten Computer bauen zu können, die er zusammen mit Tom Knight im MIT-Lab designed hatte. Greenblatt wollte kein Geld von aussen annehmen, um möglichst unabhängig zu bleiben. Das führte zu Spannungen mit einigen Kommilitonen, die lieber Investoren-Geld annehmen wollten, um die Firma schnell wachsen zu lassen. Daher kam es zum Zerwürfnis, und die Mitglieder des Invertorenlagers gründeten die Firma Symbolics. Allerdings machten die Investoren die Geheimhaltung des Quellcodes zu einer Bedingung.

Stallman verbrachte die Jahre 1982 und 1983 damit eine zu Symbolics kompatible Software zu erstellen, um zu verhindern das diese ein Monopol über die Software auf den Computern im MIT bekam. Im Februar 1984 kündigte Stallman schließlich seine Stelle am MIT und startete das GNU Projekt.

GNU steht ist ein rekursives Akronym und steht für GNU is not UNIX. Die Idee war es, ein eigenes Betriebssystem zu bauen, dass vollständig auf freier Software basiert, und dass allen zur Verfügung steht. Inklusive des Quellcodes, sodass jedermann die Software nicht nur nutzen, sondern auch eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Dafür gründete er die gemeinnützige Free Software Foundation, die sich den Zielen der Open-Source-Bewegung verschrieben hat.

Stallman war bei der Entwicklung verantwortlich für die Toolchain, vor allem den GNU EMACS Texteditor, den Compiler (GCC), den GNU Debugger und ein automatisiertes Build-System zum kompilieren der Software namens GNU Make. Ende der 1980 Jahre hatte die FSF alle Werkzeuge zusammen, die man braucht, um ein UNIX-artiges Betriebssystem zu erschaffen. Mit einer wichtigen Ausnahme: dem Kernel.

Torvalds

Ein Kernel ist sozusagen das Herzstück eines Betriebssystems. Es ist der Teil, der die Kommunikation der Programme die auf einem Computer laufen mit der physischen Hardware koordiniert, den Speicher verwaltet und Zugriff auf die Massenspeicher wie Festplatten ermöglicht.

Hier erschien nun ein junger finnischer Informatik-Student auf der Bühne: Linus Torvalds. Torvalds hatte sich gerade seinen ersten 80386 basierten PC gekauft, und war enttäuscht, dass die damals noch üblichen PC-Betriebssysteme, vor allem MS-DOS, die Fähigkeiten dieser Hardware nicht ansatzweise ausnutzten.

Torvalds schrieb also seinen eigenen Kernel, der seinen neuen PC besser nutzen konnte. Er orientierte sich dabei an Minix einem UNIX-ähnlichen Betriebssystem, das von dem legendären Computer-Forscher Andrew S. Tanenbaum für Lehrzwecke geschrieben worden war.

GNU/Linux

Am 25. August 1991 veröffentlichte Torvalds seine Arbeit im der Usenet-Gruppe comp.os.minix.

Ursprünglich wollte er sein Projekt FreaX nennen, als Kofferwort aus Freak und Unix. Ari Lemmke, der damals Administrator der FTP Server and er Universität in Helsinki war, fand den Namen nicht gut, und schlug stattdessen Linux vor, als Kurzform von Linus' Unix. Torvalds gefiel das zunächst nicht, weil es ihm zu egoistisch vorkam, beugte sich aber den Stimmen der Community, die Lemmke's Vorschlag allesamt besser fanden.

Obwohl er, anders als Stallman, nicht politisch motiviert war, wollte Torvalds seine Arbeit gerne mit so vielen Menschen wie möglich teilen. Darum wählte er die GNU General Public Licence als Lizenzmodell aus. Dies gab dem GNU Projekt das letzte fehlende Puzzle-Teil in die Hand: GNU/Linux war geboren.

Über den Namen dieses Betriebssystems gibt es bis heute übrigens Kontroversen. Die Free Software Foundation besteht darauf, dass vollständige System GNU/Linux zu nennen, was technisch richtiger ist (zumal es inzwischen auch Systeme wir GNU/Mach und GNU/Hurd gibt). In der Öffentlichkeit hat sich die Kurzform Linux weitestgehend durchgesetzt.